Am Rande der Toskana


Am Rande der Toskana, und am Rande des Nervenzusammenbruchs!
Nee, so schlimm ist es dann doch nicht... :)
Aber als kleine Hintergrundinfo: Es ist mitten in der Nacht und ich KANN einfach nicht schlafen! 
Das liegt nicht allein daran, dass die Unterkunft in Ponte a Rigo nicht nur Pilger, sondern auch jede Menge kleine Krabbeltiere beherbergt, sondern auch an den Schlafgeräuschen meines Zimmergenossen. 
Als das italienische Ehepaar, dass sich heute mit uns das Zimmer teilt, am Abend als letzte vom Essen zurückkehrten, waren wir schon halb in Schlaf versunken. 
Die beiden waren auch dementsprechend leise, legten sich gleich hin und schliefen ebenfalls sofort ein. So weit, so gut. 
Kein großes Rucksackpacken, keine langen Gespräche, keine störenden Geräusche. 
Ha! Schön wärs! 
Fünf Minuten später fing der Ehemann so laut an zu Atmen und zu Schnarchen, dass ich mich ernsthaft frage, ob die Ehefrau vielleicht an einer seltenen nächtlichen Taubheit leidet. Wie kann sie bei sowas jede Nacht schlafen??? 
Irgendwann war ich kurz davor, den Herrn aufzuwecken, um ihm zu sagen, er soll doch bitte einfach ein Buch lesen, bis ich eingeschlafen bin! 
Ich hab mich dann aber doch dazu entschieden, lieber etwas Musik zu hören. 
Er kann ja auch nichts dafür, dass er schnarcht. Und so bekommt wenigstens einer im Raum Schlaf.
So ruhig, wie es in den anderen Ecken im Raum ist, bin ich mir nämlich sicher, dass die andern auch alle wach sind. 
Um das Schnarchen zu übertönen, müsste ich die Musik auf meinen Kopfhörern aber so laut stellen, dass mich das auch wieder wach halten würde. 
Also bin ich jetzt einfach produktiv, schreibe einen Blogeintrag und höre einen Musik-Schnarch-Mix. Aber wenigstens hab ich gute Laune und drehe mich nicht verärgert im Bett hin und her und versuche verzweifelt zu schlafen. Das wird sowieso nichts...
Heute (der Uhrzeit nach eigentlich gestern) war übrigens der letzte Tag in der Toskana. 
Mit Aquapendente erreiche ich morgen die Region Latium. Ich bezweifle zwar, dass es dort in irgendeiner Weise kühler wird, aber vielleicht gibt es ja ein klein wenig mehr Schatten. 
Die letzten Tage waren wirklich sehr der Sonne ausgesetzt und es gab manchmal kilometerweit kein Fleckchen Schatten. Dafür war die Aussicht umso schöner. Unglaublich weite Felder (teilweise über ganze Hügel und Täler hinweg), die verschiedensten Farben und immer mal wieder ein kleines malerisches Dorf in der Landschaft. Oft sogar nur ein einzelnes Haus mit riesigem Anwesen und der klassischen, von Zypressen gesäumten Auffahrt. 
Von dem ganzen Staub auf den "weißen Straßen" der Toskana sehen meine Schuhe schon drei Farbtöne heller aus, als sie eigentlich sind. Dafür sind meine Beine von der Sonne nochmal drei Töne dunkler geworden... :)
So. Ich versuche jetzt noch ein wenig Schlaf zu finden, damit ich morgen noch ein letztes mal die toskanische Landschaft genießen kann. 
Achso: Hunger hab ich inzwischen übrigens auch.
Aber naja. 
Die Hoffnung schläft zuletzt, oder wie heißt das nochmal...? :)

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Kommentare: 3
  • #1

    Anette (Samstag, 02 Juli 2016 08:53)

    Ach Sally, zwischen all den Schnarchnasen hast Du mein tiefstes Mitgefühl. Wenn der schnarchende Mann wüsste, dass Du seinen Schlaf gehütet hast, er würde sich herzlichst bedanken......hoffe ich.
    Dass Du Dir trotzdem Deine gute Laune bewahrst und aus dieser ärgerlichen Situation eine für Dich angenehme machst ist sooooo typisch meine Sally.
    .....und dass ich Dich lieb habe schreibe ich hier nicht, das ist zu privat :) Mama

  • #2

    Doris (Samstag, 02 Juli 2016 13:11)

    Oh, Sally, du arme Pilgerin , musst ja heute total müde sein. Aber wie immer hast du das Beste aus der Situation gemacht und sogar noch den Verursacher deiner Schlaflosigkeit verteidigt. So bist du

  • #3

    Uli (Dienstag, 05 Juli 2016 19:51)

    Das Wort des Tages => "Musik-Schnarch-Mix" :-) :-) :-)


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