Abschiede und Rekorde


Jetzt heißt es Abschied nehmen. 
Guntram und ich haben heute Vercelli erreicht. 
Das heißt: 
1. Guntram ist (immer in Etappen von ein paar Wochen und in keiner bestimmten Reihenfolge) den gesamten Via Francigena von Canterbury nach Rom gelaufen
2. Für ihn ist die Reise hier zu Ende, unsere Wege trennen sich und er fährt übermorgen von Vercelli aus nach Hause. 
3. Er ist so nett und nimmt mein Zelt und meine Isomatte mit, und schickt sie für mich zurück nach Deutschland. 
In Italien gibt es so viele Pilgerherbergen und -Unterkünfte, dass ich mein Zelt sicher nicht mehr brauche. So spare ich mir ca. 3 kg auf dem Rücken und kann mit einem deutlich weniger voluminösen Rucksack den restlichen Weg nach Rom zurücklegen. 

Die letzten beiden Tage haben wir natürlich nicht faul herum gesessen, sondern ein paar persönliche Rekorde gebrochen! 
Gestern sind wir die 24 km von Ivrea nach Cavaglià in 4 1/2 Stunden gelaufen. Das ist (für normale Fußpilger wie uns) echt schnell und für uns beide Rekordzeit gewesen. 

Heute wollten wir dafür eigentlich nur knapp 20 km nach San Germano Vercellese laufen, haben aber einfach nochmal 18 km oben drauf gelegt und sind gegen 17 Uhr in Vercelli angekommen. So habe ich einen Tag gut gemacht und Guntram kann noch einen Tag entspannen, bevor es wieder nach Hause geht.  

Diese 38 km (für mich übrigens die bisher weiteste Etappe) waren allerdings echt anstrengend! 
Wir sind heute in der Po-Ebene angekommen und haben somit einen Haufen Reisfelder um uns herum, aber keinen Flecken Schatten. 
Neben den vielen Kilometen hat uns die Sonne zu schaffen gemacht und da die Reisfelder mit ausgeklügelten Wassersystemen bewässert werden, haben uns die Mücken den ganzen Tag belagert.
Völlig ausgelaugt und zerstochen kamen wir in der schönen, im März diesen Jahres renovierten,  Pilgerherberge an. 

Nach einer ausgiebigen Dusche sind wir zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit noch einmal in einem guten Lokal Essen gegangen, um die Spezialitäten der sogenannten "Reishauptstadt" Vercelli zu kosten. 
Bei einem Glas Wein und wirklich leckerem Essen ließen wir das Geschehene der letzten Tage nochmal Revue passieren, bevor wir uns in unserem Herbergszimmer Schlafen legten. 
Immerhin werde ich morgen früh ja wieder weiterwandern...

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Kommentare: 1
  • #1

    Anette (Freitag, 10 Juni 2016 07:09)

    Guten Morgen Sally,
    der Abschied von Guntram wird Dir sicherlich sehr schwer fallen. Die Begegnung lieb gewonnener Menschen ist im Leben doch immer wieder etwas Besonderes von bleibendem Wert.
    Sei ganz lieb umarmt :)


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